Presseschau des Tages // 13.6.2018

· Pressestimmen

Die Bundesregierung hat sich beim Rückkehrrecht von einer Teilzeit- auf eine Vollzeitstelle offenbar geeinigt. Der Entwurf soll heute vom Kabinett verabschiedet werden, wie das Bundesarbeitsministerium mitteilte.  Nach dem Entwurf aus dem Arbeitsministerium sollen Teilzeitbeschäftigte ab dem 1. Januar 2019 wieder leichter in Vollzeit zurückkehren können. Danach sollen alle Beschäftigten in Betrieben ab 45 Arbeitnehmern ein Recht auf eine befristete Teilzeitphase bekommen, die zwischen einem und fünf Jahre dauern kann. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte den Entwurf Mitte April in die Ressortabstimmung gegeben. Nach wie vor gibt es Unstimmigkeiten zwischen SPD und Union.

Das Bundeskabinett will heute die lang diskutierte Verordnung zur Ausbildungsreform in der Pflege verabschieden. Union und SPD haben sich offenbar auf die Details für eine entsprechende Verordnung geeinigt. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles erklärte dazu am Dienstag, es gebe einen Durchbruch bei der Pflegeausbildung. Das wichtigste sei, dass das Schulgeld abgeschafft werde. Sie sei sicher, dass der Beruf durch die Reform deutlich beliebter werde. Der Arbeitgeberverband Pflege hatte sich am Montag erleichtert über Nachbesserungen an der Verordnung gezeigt. Er hatte immer wieder scharf kritisiert, dass die geplante einheitliche Ausbildung für alle Pflegeberufe in ihren theoretischen Teilen völlig überzogen sei und so auf Hauptschüler abschreckend wirke, eine Altenpflegeausbildung zu beginnen. Jetzt hätten sich die Fachpolitiker von Union und SPD auf einen neuen Kompromiss verständigt. So sollten die theoretischen Anforderungen erheblich weniger angehoben werden, "so dass auch viele Hauptschüler weiter eine Chance haben". Die neuen Regeln sollen ab 2020 in den Pflegeschulen Grundlage der Ausbildung sein. Das von der großen Koalition in der vorigen Wahlperiode beschlossenen Pflegeberufegesetz führt eine sogenannte generalistische Ausbildung für Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege ein. Davon verspricht sich die Koalition eine höhere Attraktivität des Pflegeberufs und damit mehr Berufseinsteiger. Die Reform sieht eine gemeinsame zweijährige Ausbildung für alle künftigen Pflegekräfte vor. Im dritten Jahr können sie dann die allgemeine Ausbildung fortsetzen oder sich auf die Pflege von Kindern oder alten Menschen spezialisieren. Das bisher teilweise noch zu bezahlende Schulgeld soll abgeschafft werden; die Auszubildenden erhalten eine Ausbildungsvergütung. Die Verordnung regelt unter anderem die Mindestanforderungen an die Pflegeausbildung und die entsprechenden Prüfungen. Sie soll Ende des Jahres in Kraft treten. Dann haben die Länder ein Jahr Zeit, sie umzusetzen. Die neue Pflegeausbildung startet im Jahr darauf.

Jungen und Mädchen sollen ihren Beruf nach Ansicht von Bundesjugendministerin Franziska Giffey (SPD) aufgrund ihrer Fähigkeiten wählen. "Wenn wir die Stereotypen von Frauen- und Männerberufen nicht überwinden, verschleudern wir so viel Potenzial und nehmen den jungen Menschen Chancen im Leben", sagte die Politikerin bei der ersten Fachtagung der "Initiative Klischeefrei" am Dienstag in Berlin. Das könne sich Deutschland nicht leisten. Giffey fügte hinzu, Mädchen könnten jeden Beruf ausüben und Karriere machen. "Und auch Jungs können alles werden, da mache ich keinen Unterschied." Nach Worten von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) können falsche Rollenbilder ein Grund sein, dass ein Viertel der Auszubildenden die Lehre abbreche. Er sieht in der Digitalisierung der Arbeitswelt jedoch Chancen, weil durch den Wandel der Berufe alte Denkmuster an Bedeutung verlören. Die "Initiative Klischeefrei" besteht seit Ende 2016 und informiert den Angaben zufolge ohne einschränkende Vorurteile bei der Berufs- und Studienwahl. Im Mittelpunkt stünden dabei allein die Interessen und Fähigkeiten der jungen Menschen. Unterstützt wird die Initiative nach eigenen Angaben von den Bundesministerien für Bildung, Familie sowie Arbeit. Bei der Fachtagung treffen sich demnach bis zum morgigen Mittwoch rund 250 Teilnehmer. (Familienbund der Katholiken/Sascha Nicolai/KNA)