Presseschau des Tages // 27.10.2017

· Pressestimmen

Die Verbraucher in Deutschland geben immer mehr Geld für Baby- und Kinderausstattung aus. Zwischen 2011 und 2016 stiegen die Ausgaben für den Nachwuchs um rund zehn Prozent auf insgesamt 7,2 Milliarden Euro im Jahr, wie das Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) und die BBE Handelsberatung berichteten. Auch für die kommenden Jahre rechnen die Experten damit, dass die Ausgaben weiter steigen. Das liege vor allem an der wachsenden Kinderzahl in Deutschland. Außerdem sorge die verstärkte Zuwanderung der vergangenen Jahre für mehr Nachfrage. Gleichzeitig stiegen auch die Ausgaben pro Kind weiter leicht an. Außerdem informiert uns heute eine Studie über die Sorgen der Deutschen: Armut und soziale Ungleichheit bereiten den Menschen in Deutschland demnach immer größere Sorgen. 49 Prozent nannten in einer am Donnerstag in Hamburg vorgestellten aktuellen Ipsos-Studie diese beiden Punkte. Das waren neun Prozentpunkte mehr als bei einer ähnlichen Umfrage im Juni, wie das Meinungsforschungsinstitut Ipsos mitteilte. Die Medien berichten auch, dass die Diskussion zum Familiennachzug andauert: Deutschlands Kommunen warnen vor der Wiedereinführung des Familiennachzugs für Flüchtlinge mit begrenztem Schutzstatus. "Das würde die Integrationskraft der Kommunen überfordern", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstag). "Schon heute fehlen Kita- und Schulplätze sowie Wohnraum für Geflüchtete." Landsberg äußerte sich mit Blick auf die Jamaika-Sondierungen zur Migration am Donnerstag. Der CSU-Politiker Joachim Herrmann forderte im ZDF-Morgenmagazin, das der Zuzug von Flüchtlingen insgesamt begrenzt werden müsse.
Auch der Blick nach Frankreich ist heute zum Thema Familien erhellend: Die französische Radikalisierungsexpertin Dounia Bouzar hat auf die wichtige Rolle der Familien bei der Entradikalisierung von Jugendlichen hingewiesen. "Mit Wissen oder Belehrungen kommt man nicht an die Jugendlichen ran, deswegen nutzen wir Gefühle zur Entradikalisierung", sagte Bouzar im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Rekrutierer von Terrororganisationen wie dem "Islamischen Staat" (IS) versuchten, junge Menschen durch Angst von ihrem Umfeld zu isolieren und zu "entmenschlichen", so Bouzar. Emotionen aus der Kindheit könnten helfen, positive Gefühle in die jungen Leute zurückzubringen. "Die Eltern der Radikalisierten übernehmen daher zwei Drittel der Arbeit", sagte die Expertin. Und die Koalitionsverhandlungen in Deutschland? – Die Gespräche der vier Verhandlungspartner werden offenbar immer schwieriger und langsamer. Die Spannungen steigen. Das Vertrauen scheint zu schwanken. Die neuralgischen Themen Klima- und Umweltpolitik, die Flüchtlings- und Integrationspolitik sowie Fragen von Bildung und Forschung sind erreicht. (Familienbund der Katholiken/Sascha Nicolai)