Presseschau des Tages // 9.11.2017

· Pressestimmen

Der Berliner Erzbischof und geistliche Begleiter des Familienbundes der Katholiken Heiner Koch hat die Bedeutung guter und menschenwürdiger Arbeit bekräftigt. Für viele sei Arbeit etwas, das sie hinter sich brächten, um Geld zu verdienen, gar eine Last. Doch der Mensch sei nicht primär für die Arbeit da, sondern die Arbeit für den Menschen, betonte Koch am Dienstag beim 3. katholischen Arbeitsschutz-Symposium in Berlin. Arbeit schaffe Wert und sei zugleich Teil des Schöpfungsauftrags Gottes. Hierfür müssten aber die Rahmenbedingungen stimmen und den Arbeitenden vor "gesundheitlichen und geistig-sittlichen Schäden" bewahren, führte Koch weiter aus. "Es geht nicht um Rahmenbedingungen zur Förderung der Arbeitskraft oder Effektivität", so Koch. Wir erfahren heute auch, dass das Bistum Münster seine internetgestützte Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) verstärkt. Seit November gibt es eine eigene virtuelle Beratungsstelle, die den Besuch vor Ort komplett ersetzen kann, wie das Bistum Münster am Mittwoch mitteilte. Acht Fachkräfte, verteilt über das ganze Bistum und finanziert durch Spenden, unterstützen Ratsuchende via Internet. Der Koordinator der virtuellen Beratungsstelle, Stephan Billen, sprach von einem bundesweit einmaligen Konzept. Bei der Einführung der Online-Lebensberatung im Bistum vor rund 14 Jahren sei diese als Vorstufe zur Beratung in den örtlichen Stellen gedacht gewesen, erklärte Billen.
Und was machen die sondierenden Parteien in Berlin? In der zweiten Hälfte der Sondierungsgespräche scheint nun mehr Einigungswille zwischen den Unionsparteien, FDP und Grünen Platz zu greifen. In der umstrittenen Flüchtlings- und Einwanderungspolitik sieht Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Jamaika-Sondierungen im Bund vor einer möglichen Einigung. "Ich halte das für lösbar", sagte er am Mittwoch vor Journalisten in Düsseldorf. Dabei gehe er davon aus, dass sich Unionsparteien, FDP und Grüne auf das "ganz klare Prinzip" verständigten, künftig Asyl nur politisch Verfolgten und wirklich Schutzbedürftigen zu gewähren. Schließlich sei dies ein in der Verfassung verbrieftes Grundrecht. "Und Grundrechte haben keine Obergrenzen", betonte Laschet, der zugleich Landeschef der NRW-CDU und stellvertretender Vorsitzender der Bundespartei ist. Laschet geht davon aus, dass sich ein Jamaika-Bündnis zudem auf ein Einwanderungsgesetz verständigen wird. (Familienbund der Katholiken/Sascha Nicolai)