KOMMENTAR | Politische Solidarität statt föderales Nirwana

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Was Eltern und Lehrer gefordert haben, ist eine vorausschauende, zielgerichtete und bundesweit übergreifende Handlungsstrategie für den Umgang mit Schulen in der Pandemie, die der Bildung die nötige Priorität und den Familien klare Perspektiven gibt. Doch die hat es nie gegeben. Dauer und Ausmaß der Krise setzen ein schnelles und einheitliches Handeln voraus. Doch darauf hat sich weder die Kultusministerkonferenz bei ihren Sitzungen verpflichten können, noch die grundsätzliche Corona-Politik seitdem Bund und Länder beschlossen haben, verschiedene Wege zu gehen. Die Folgen spüren wir alle in einer sich zäh verstetigenden Existenz inmitten der Pandemie, spüren vor allem auch Schüler, Lehrer und Eltern in der strapaziösen Improvisationskunst namens Schule. Das Gebot der Vernunft würde verlangen, mit allen Kräften gemeinsam den Ausweg aus der Krise zu finden – schnell, entschlossen, einheitlich. Das Föderale darf nicht zur Bremse der Krisenbewältigung werden. Es muss endlich zu ihrem Motor werden. Was es dazu braucht, ist politische Solidarität. Angesichts der Lage vieler Menschen in unserem Land ist das keine Frage des Wollens. Es ist eine Verpflichtung!   

Ulrich Hoffmann
Präsident des Familienbundes der Katholiken