Presseschau des Tages // 22.3.2021

· Pressestimmen

Die Kultusminister der Länder haben ihre Entscheidung zur Öffnung von Schulen in der Corona-Pandemie bekräftigt. Um den negativen Folgen für Kinder und Jugendliche durch den Wegfall von außerfamiliären Kontakten vorzubeugen, müssten Schulen im Vergleich zu allen anderen Lebensbereichen am längsten geöffnet bleiben, erklärten die Minister zum Abschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag in Berlin.

"Für die Kinder und Jugendlichen ist der Schulbesuch für ihre weitere Bildungsbiografie von entscheidender Bedeutung - das gilt ganz besonders für die Kleinen, die am Beginn ihrer Schullaufbahn stehen, aber auch für die Abschlussklassen", sagte die KMK-Präsidentin Britta Ernst (SPD). "Damit die Folgen nicht dauerhaft ihr Leben begleiten, liegt die Priorität der Kultusministerinnen und Kultusminister darauf, die Schulen so lange wie möglich offen zu halten."

Kinder und Jugendliche dürften nicht als Gefahr für alle an der Schule Beteiligten stigmatisiert werden, betonte die KMK. Es müsse geprüft werden, wie sinnvoll der Inzidenzwert als alleiniges Entscheidungskriterium an Schulen sei. Zudem forderte die KMK erneut, dass das an den Schulen tätige Personal vorrangig geimpft werde, sofern vor Ort in den Präsenzunterricht übergegangen werde.

Gleichzeitig veröffentlichte die Konferenz einen neuen Leitfaden für den Ausbau von sonderpädagogischen Maßnahmen für Kinder und Jugendlichen mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung. Die überarbeitete Empfehlung beinhalte die quantitative und qualitativen Ausweitung inklusiver Bildungsangebote an allgemeinen Schulen sowie den Ausbau regionaler Netzwerke, die ein selbstbestimmtes Leben im bekannten Sozialraum gewährleisten sollen.

Der KMK sei wichtig, dass alle Schüler mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung an allen schulischen Lernorten einen uneingeschränkten Anspruch auf individuelle Bildung und Erziehung hätten, so Ernst. Zudem solle die Anzahl der Schüler ohne Schulabschluss gesenkt werden.

Den Angaben zufolge zählen rund 16 Prozent aller Schüler mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf in Deutschland zum Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. Der überwiegende Anteil von ihnen werde derzeit an entsprechenden Förderschulen unterrichtet; der kleinere Teil besuche ein inklusives Bildungsangebot an einer allgemeinen Schule. (KNA)