Presseschau des Tages // 14.11.2018

· Pressestimmen

Nach Ansicht des Familienbunds der Katholiken werden Familien im Sozialversicherungssystem benachteiligt. Der Verband begrüßt deshalb die Forderung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die Leistungen von Familien für die umlagefinanzierte Renten- und Pflegeversicherung mehr zu berücksichtigen, wie er am Dienstag in Berlin mitteilte. Dabei gehe es nicht um eine stärkere Belastung Kinderloser, sondern um eine Entlastung von Familien. Familienbund-Präsident Ulrich Hoffmann erklärte in Berlin: "Die Lasten, die durch Kindererziehung entstehen, dürfen nicht den Familien allein überlassen bleiben, während von der Sozialversicherung alle profitieren." Kindererziehung müsse deshalb auch Einfluss auf die Beitragshöhe von Eltern und die Rente haben. Das sei nur gerecht. Spahn hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass Kinderlose höhere Beiträge in die Pflege- und Rentenversicherung einzahlen sollten. Es gehe darum, Familien zu entlasten.

Zum katholischen "Welttag der Armen" an diesem Sonntag rufen deutsche Bischöfe zu Solidarität und Begegnungen mit armen Menschen auf. "Nicht immer ist Armut auf den ersten Blick sichtbar. Wir alle sind aufgerufen, aufmerksam zu leben und dort unsere Hilfe anzubieten, wo wir Nöte wahrnehmen", heißt es in einer am Dienstag verbreiteten Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn. Darin äußern sich der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Franz-Josef Bode (Osnabrück), der Vorsitzende der Kommission Weltkirche, Erzbischof Ludwig Schick (Bamberg), und der Vorsitzende der Kommission für caritative Fragen, Erzbischof Stephan Burger (Freiburg). Am 18. November begeht die katholische Kirche weltweit zum zweiten Mal den "Welttag der Armen", den Papst Franziskus ausgerufen hat. Auch wenn Deutschland ein wirtschaftlich erfolgreiches Land sei, gerate ein "zunehmender Teil der Bevölkerung" ins Abseits. Soziale Sicherungssysteme könnten nicht immer verhindern, dass Menschen in Not gerieten und Hilfe bräuchten, so die Bischöfe. Sie verwiesen auf unterschiedliche Formen von Armut: "Obdachlosigkeit ist eine extreme Form, doch auch Arbeitslosen, Alleinerziehenden und Rentnerinnen und Rentnern fehlt oft das Nötige zum Leben. Selbst Menschen, die einer Beschäftigung nachgehen, sind vor Armut nicht immer geschützt." So wie jeder Mensch in Armut geraten könne, könne jeder Mensch auch dazu beitragen, Armut zu lindern. Die deutschen Bischöfe riefen dazu auf, in den (Erz-)Diözesen und Pfarrgemeinden im Umfeld des "Welttags der Armen" Begegnungen mit Armen und Bedürftigen zu ermöglichen. "Der 'Welttag der Armen' soll für uns Anlass sein zu fragen, ob wir die Rufe der Armen wahrnehmen und auf sie antworten, oder ob wir gleichgültig und untätig bleiben im Angesicht der Not", heißt es in der Erklärung. Der Berliner Erzbischof Heiner Koch beispielsweise will am Sonntag in der Sankt-Hedwigs-Kathedrale mit über 400 bedürftigen Berlinern und Helfern zu einem "Festmahl" zusammenkommen. Die Gäste wurden nach Angaben des Erzbistums persönlich eingeladen. Für das Mahl wird die Kathedrale geöffnet, die sonst wegen Umbaus für die kommenden Jahre geschlossen ist. Mitveranstalter des Essens ist die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio. Nach deren Angaben wird ein dreigängiges Menü vorbereitet, unter anderem mit Kürbis-Ingwersuppe und Hähnchen. Auf dem Programm stehen zudem Musik aus Syrien und Costa Rica sowie ein Kinderprogramm. In der Erklärung der deutschen Bischöfe wird auch auf Armut in anderen Teilen der Welt verwiesen: "Diesen Armen fühlen wir uns als katholische Kirche in Deutschland verpflichtet, indem wir dort Unterstützung leisten, wo sie die lokalen Kräfte bei der Bewältigung der Herausforderungen benötigen." (Familienbund der Katholiken/Sascha Nicolai/KNA)