Presseschau des Tages // 28.10.2020

· Pressestimmen

In einem gemeinsamen Appell an Regierung und Bevölkerung rufen Wissenschaftsorganisationen zu weiteren deutlichen Kontaktbeschränkungen auf. Kontakte ohne Vorsichtsmaßnahmen, also vorrangig Kontakte im privaten Umfeld, sollten bundesweit und schnellstmöglich auf ein Viertel reduziert werden, so die Forderung der sechs führenden deutschen Wissenschaftsorganisationen am Dienstag. Die Fallzahlen müssten reduziert werden, bevor die Bettenauslastung in den Kliniken kritisch werde. Je früher diese weitere Kontaktbeschränkung geschehe, desto kürzer dauere diese Einschränkung an und desto weniger psychische, soziale und wirtschaftliche Schäden entstünden daraus, schreiben die Wissenschaftler in ihrer Erklärung. Ziel sei es, die Fallzahlen so weit zu senken, dass die Gesundheitsämter die Kontaktnachverfolgung wieder vollständig durchführen könnten. Aktuell könne die Ausbreitung des Virus in vielen Regionen von den Gesundheitsämtern aus Kapazitätsgründen nicht mehr adäquat nachverfolgt werden.

Sobald eine Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter wieder erfolgreich gelinge, könnten die Beschränkungen vorsichtig gelockert werden, ohne dass unmittelbar eine erneute Pandemiewelle drohe, so die Einschätzung der Wissenschaftler. Dies müsse aber jetzt bereits vorbereitet werden. Nach etwa drei Wochen deutlicher Reduktion von Kontakten ohne Vorsichtsmaßnahmen sei es daher entscheidend, die bekannten Infektionsschutzmaßnahmen - Abstand, Hygiene, Alltagsmasken und Lüften - bundesweit einheitlich und konsequent durchzusetzen, um die erreichte niedrige Fallzahl zu halten.

Dabei sollten aus Sicht der Wissenschaftsorganisationen über den ganzen Winter hinweg Risikogruppen durch gezielte Maßnahmen konsequent geschützt, die Kommunikation der Vorsichtsmaßnahmen verbessert und die Hygienekonzepte geschärft und stärker kontrolliert werden. Unter anderem sprechen die Wissenschaftler sich für ein konsequentes Tragen von Masken auch in Schulen aus.

Der Appell wurde unterzeichnet von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. (Familienbund der Katholiken/KNA)